Diese Internetseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung unserer Seite stimmen Sie dem zu. Details finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Katharina hat neulich angemerkt, dass ich in meinen Tagebüchern alles mit der rosaroten Brille beschreibe. Ich gebe zu, sie hat recht. Doch sind meine Tagebücher zunächst für mich da und ich will mich nur an die schönen Momente erinnern. Gestern habe ich das bei meiner Kinofreundin Gabi angesprochen. Ihr Votum: „Bleib dabei." Mein dieses Votum unterstreichendes Argument war: „Es sind schließlich nur meine Tagebücher und keine Sachbücher." Doch das Thema war für mich noch nicht abschließend erörtert. Heute habe ich es mit einer Bekannten diskutiert. Ihre Frage ging tiefer: „Warum ist das so?" Und auch hier meine Antwort: „Ich will aufhören, immer nur über alles nachzugrübeln, was schief gelaufen ist.“ An dieser Stelle sei es jedoch einmal gesagt: Es ist für mich eine große körperliche und mentale Herausforderung, mal eben tausend Kilometer am Stück zu gehen. Wenn ich um 21:00 Uhr noch kein Quartier hatte, wenn das Blasenpflaster ausgegangen war, wenn es über eine Brücke mit x Bahngleisen nebeneinander ging, ... in solchen Momenten wollte alles in mir nach Hause und auf mein Sofa. Aber eine Weile später (manchmal dauert die Weile etwas länger) war ich froh, weitergegangen zu sein. Denn meine Pilgerfahrten führen durch das zivilisierte Westeuropa und sind abgefedert durch meine goldene Kreditkarte. Wer weiß, vielleicht hat dieses Tagebuch die Aufgabe, auch einmal über die Schwierigkeiten zu schreiben. Heute z.B. sind die Schuhe noch nicht zurück vom Besohlen, mein Gewicht liegt acht Kilo über dem geplanten Startgewicht, meine Kondition ist noch sehr mau (was an meinem Körpergewicht liegen könnte).

Habe ich letzte Woche noch in einem Telefonat mit einem meiner Söhne auf seine Frage „Was liegt an?“ gesagt: „Nichts Besonderes.“, würde ich heute vielleicht präziser formulieren: „Keine unlösbaren Probleme, nur Schuhe, Startgewicht und Kondition.“ Ich habe zur Not noch ein Paar Ersatzschuhe. Wegen des Gewichts bleiben das Garmin und die Spiegelreflexkamera zu Hause, und wegen der schlechten Kondition kann ich ja anfangs kleinere Etappen pilgern. Zur Not gibt es auch den Bus oder ein Taxi.

 

rosarote Brille

Servicio de Taxi

Joomla templates by a4joomla