Wir machen uns unser Frühstück schon um 7:00 Uhr mit viel Kaffee. Da wir gestern einen ganzen Liter Mich gekauft haben, trinke ich zu meinem eigenem Erstaunen zwei Tassen Milch. Kurz nach 7:30 Uhr geht es in aller Gemütlichkeit los. Die Beschreibung des Weges heraus aus der Stadt ist gut, nur die Zeichen für die Via Francigenia weisen in die andere Richtung. Wir lassen uns nicht beirren. Bald kommen auch die Zeichen mit der Wegmarkierung GR128, der wir folgen sollen. Doch Souvenirjäger scheinen die öfter mitzunehmen. Auf jeden Fall sind bald keine Wegweiser mehr da. Wir gehen in den nächsten Ort und orientieren uns. Kirche, Bar und Restaurant sind geschlossen. Doch wir finden eine Bank und machen unser Picknick. Die Landkarte zeigen wir einer Dame, die uns auf den rechten Weg weist. Dann geht es ein paar Kilometer die Straße entlang. Viertel vor eins sind wir schon in Licques und haben in einer Bar unseren Lunch. Karte und Führer werden zu Rate gezogen, ob es noch etwas weiter gehen soll. Doch in den nächsten Orten gibt es kein Quartier, nur 18 Kilometer weiter gibt es etwas zu schlafen. Doch noch sechs Stunden ist uns heute zu weit und so entscheiden wir uns für unsere gestern vorgebuchte Holzhütte. In Licques finden wir endlich auch wieder eine geöffnete Kirche. Wir zünden unsere Kerzen an und finden Ruhe. Beim Bürgermeisteramt bekommen wir unseren Stempel und sogar einen Saft angeboten. Wir erkunden den Weg für morgen früh und machen uns dann auf zum Campingplatz. Auf dem Weg kaufen wir Kuchen für gleich und Croissants für das Frühstück morgen. Noch vor dem Pflichtprogramm steht der Kaffee auf dem Tisch. Gut dass wir heute nur 20 Kilometer gegangen sind. Michelle hat etwas von einer Waschmaschine gelesen. Mal sehen, ob wir die finden. Die Hosen haben es nötig, der Weg heute war oft ziemlich moderig. Und rechte Lust auf die tägliche Handwäsche haben wir heute beide nicht. Keine Lust haben wir auch morgen wieder lange die Straße entlang zu gehen. Also tragen wir die von Michelles Führer vorgeschlagene Route in die Karte ein. Nun haben wir zwei Routen zur Auswahl. Wir kümmern uns nicht darum wie weit wir in diesen vierzehn Tagen überhaupt kommen werden. Aber immer wieder kommen bei uns beiden schöne Erlebnisse unseres Caminos in Spanien wieder hoch. Einige Geschichten können wir an zwei Holländer loswerden, als wir auf das Öffnen des Restaurants warten. Das Abendessen ist sehr gut und danach sitzen wir noch etwas in der heute so warm scheinenden Abendsonne. Ich erwische mich dabei, als mir eine englische Vokabel fehlt, diese in meinem französischen Wörterbuch nachzuschlagen. Das Sprachwirrwarr in meinem Kopf ist perfekt.
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